No place, no home


Kreidezeit in Kopf und Gräte

hangeln sich radioaktive Fische

vorm Küchenfenster am Efeu hoch,

angelockt vom Somewhere over the rainbow

eines nikotingetränkten Teddybären

der ohne Unterlass seine Melodie

aus der Holzwolle pisst und die Träume

vertrockneter Hirne gerade noch

am Leben hält um sich als Messias

feiern zu lassen, da irgendwo in

Köln oder München ein blonder

Teenie seine Kindheit bei einem

plastischen Chirurgen entsorgt

und der Hartzer sich in die

Leiharbeit stürzt sein Streben

und Sterben wie alles andere

weiter in Raten abzustottern,

während die Sonne über

dem erhofften Regenbogen

auf die aalglatten Fliesen des

geregelten Lebens runterknallt

auf denen die Pisse schneller

verdunstet als du sagen kannst

Somewhere over the rainbow …


Eigentlich möchtest du bloß noch

die Hacken zusammenschlagen

und dreimal sagen:

There is no place like home.


Wenn du nur wüsstest


wo das ist.


Bild: Studio Seikel, Hanau
Bild: Studio Seikel, Hanau

Ein Gedicht ist ...

einen Augenblick

mit der größtmöglichen

Intensität zu durchleben,

um ihn dann loszulassen

und weiterzugeh'n ...