Januar

Atem klirrt bei jedem Schritt.
Sterne wie Nadeln
perforieren das Wohlstandsfett.
Das Wagnis ins Freie zu gehen
endet unweigerlich in einem
negativen Temperaturaustausch.

An einer dunklen Ecke jemand
der sich vor mir wegdreht,
das Gesicht unter einer dicken
schwarzen Kaputze verborgen –
Licht genug um zu sehen
dass er sämtliche Habe bei sich trägt;
Licht genug schnell weiterzugehen,
ehe sich dieser ernste
stumme Schatten noch
anders entschließt
und ich mich selbst
erblicken muss,
ertappt beim Versuch
die Dunkelheit zu durchqueren.

 

Bild: Studio Seikel, Hanau
Bild: Studio Seikel, Hanau

 

Gedichte sind keine Mühsal der Interpretation wie uns die Schule sie lehrte.

Gedichte sind die Essenz der Fragen, die uns nach den Antworten suchen lassen unseren Platz im Leben zu finden.

Und nichts anderes.