Die Geister die man rief


Die Zukunft bleibt verborgen
und wir können sie nicht sehen,
und deshalb macht sie uns Sorgen,
weil wir Blindheit nicht verstehen.

Es ist halt so als sei man blind
und erwacht in fremdem Raum,
wie ehedem als kleines Kind,
zerstreut nach einem Traum.

Der Atem flog durch das Korsett
der Rippen, und gebannt
lauscht’ man unters finstre Bett
dem Monster, das uns doch nie fand.

Nun sind wir älter längst geworden,
und die Geister unterm Bett sind fort –
doch vertrieben nur ins Morgen
glauben wir, sie warten dort.

 

Bild: Studio Seikel, Hanau
Bild: Studio Seikel, Hanau

 

Gedichte sind keine Mühsal der Interpretation wie uns die Schule sie lehrte.

Gedichte sind die Essenz der Fragen, die uns nach den Antworten suchen lassen unseren Platz im Leben zu finden.

Und nichts anderes.